Nervöses Pferd: Stress bei Pferden - was tun?
- Stress bei Pferden - was passiert, wenn ein Pferd gestresst ist?
- Pferde im Dauerstress - wenn Pferde ständig gestresst sind
- Stress beim Stallwechsel, in der Herde, beim Transport: Stressfaktoren fürs Pferd
- Von Rittigkeitsproblemen bis Magengeschwüren - wie äußert sich Stress bei Pferden?
- Ist mein Pferd gestresst? Stress beim Pferd erkennen
- Stress beim Pferd: was füttern?
- Stress bei Pferden: Stressfaktoren abstellen und nervöse Pferde unterstützen
- Unterstütze dein Pferd bei Stress
Nervöses Pferd: Was tun? Nervosität - wir kennen es aus unserer eigenen Lebensweise: ein übervoller Terminkalender, zahlreiche Verpflichtungen, Leistungsdruck usw. Der moderne Alltag ist geprägt durch Stress. Besteht dieser Stress dauerhaft ohne einen adäquaten Ausgleich durch Zeiten der Ruhe und Erholung, führt dies zu physischer und psychischer Dauerbelastung - Körper und Seele leiden und werden auf Dauer krank. Nicht anders ist es bei unseren Pferden!
Was kann also helfen? Starke Nerven des Pferdes sind kein Zufall. Auch in Sachen Ernährung gibt es Möglichkeiten für ein stabiles Nervenkostüm. Wenn Pferde nervös, hektisch und schreckhaft werden und sich beim Reiten nicht mehr gut konzentrieren können, könnte ein Magnesiummangel dafür verantwortlich sein.
Stress bei Pferden - was passiert, wenn ein Pferd gestresst ist?
Stress bei Pferden: zahlreiche Pferde leiden unter Dauerstress, der oft durch das Pferd im Verborgenen kompensiert wird und nach außen nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Dabei bedeutet “Stress” eigentlich primär nichts Negatives - hat er doch das Überleben vor dem angreifenden Raubtier gesichert. Blitzschnell musste z. B. die Entscheidung “Kampf oder Flucht” getroffen werden. Bei einer Stressreaktion laufen viele Prozesse im Körper automatisch ab ohne groß Nachzudenken. Was passiert wenn ein Pferd Stress hat? Beim Fluchttier Pferd wird der Körper sofort in Alarmbereitschaft versetzt, sämtliche körperlichen Kräfte werden mobilisiert, um schnell vor dem Feind flüchten zu können und so das eigene Überleben zu sichern.
Die Herzfrequenz erhöht sich, die Durchblutung wird gesteigert - dadurch wird die Muskulatur mehr mit Sauerstoff versorgt, was eine schnelle Flucht ermöglicht. Das Schmerzempfinden wird reduziert und sogar der Blutzuckerspiegel erhöht sich. Es kommt zu einer kurzzeitigen Überlastung des kompletten Organismus. Ist die Gefahr vorüber, beruhigt sich alles wieder und das Pferd kann zu seiner Gelassenheit zurückfinden. Die Balance im Körper ist wiederhergestellt.
Möglich macht dies ein komplexes System aus hormonellen Kontroll- und Steuerungsmechanismen. Die Hypophyse sendet das Hormon ACTH an die Nebennierenrinde, was diese veranlasst, das Stresshormon Cortisol zu produzieren. Gleichzeitig produziert das Nebennierenmark die Hormone Adrenalin und Noradrenalin, welche den Körper blitzschnell in Alarmbereitschaft versetzen. Hat das Pferd angemessen, z. B. durch Flucht auf den wahrgenommenen Stressauslöser reagiert, wird das hormonelle Gleichgewicht wiederhergestellt und der Organismus kann Ruhe und Entspannung finden. Wohlgemerkt stellt sich diese Balance nur bei kurzfristigen Stressreaktionen wieder ein.
Pferde im Dauerstress - wenn Pferde ständig gestresst sind
Die Stresstoleranz variiert von Pferd zu Pferd.
Tatsächlich ist es im Pferdealltag oft der Fall, dass Pferde oft unbemerkt unter Dauerstress leiden. Dafür gibt es viele verschiedene Arten von Auslösern, die das Pferd als stressverursachend empfindet und diesen aber im Alltag nicht entkommen kann. Auch ist die individuelle Stresstoleranz von Pferd zu Pferd verschieden und auch abhängig von der Umgebung und der Anwesenheit von Artgenossen, die ihm in bestimmten Situationen Sicherheit geben können.
Stress beim Stallwechsel, in der Herde, beim Transport: Stressfaktoren fürs Pferd
- Zu wenig Platz und Bewegung
- Zu wenig Futter
- Ungeliebter Boxennachbar
- Unruhe in der Herde mit häufig wechselnden Herdenmitgliedern (z. B. bei Offenstallhaltung)
- Transport
- Wettkämpfe
- Körperliche und mentale Überforderung im Training
- Nicht passende Ausrüstung
- Laute und ständige Umgebungsgeräusche
- Stallwechsel
- Schmerzen
- Isolation von Artgenossen
Von Rittigkeitsproblemen bis Magengeschwüren - wie äußert sich Stress bei Pferden?
Stress kann diverse gesundheitliche Folgen haben.
Bestehen diese Stressfaktoren dauerhaft, beeinträchtigen sie massiv das Wohlbefinden des Pferdes: Stress beim Pferd kann eine Vielzahl von unterschiedlichen, gesundheitlichen Folgen haben: durch das permanente Ungleichgewicht der Stresshormone im Organismus, wird der Stoffwechsel gestört, das Immunsystem wird beeinträchtigt, was zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen kann. Eine vermehrte Allergiebereitschaft und eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Parasitenbefall sind ebenfalls zu beobachten.
Durch die permanente Anspannung der Muskulatur beim gestressten Pferd entstehen Verspannungen mit daraus resultierenden Schmerzen im ganzen Körper. Dies zeigt sich in Rittigkeitsproblemen oder durch Widersetzlichkeiten beim Reiten durch z. B. Bocken oder Steigen. Die Pferde sind nervös, hektisch und können sich beim Reiten nicht konzentrieren. Oft reicht ein winzig kleiner Anlass, damit diese Pferde die Fassung verlieren und übermäßig heftig auf eine nicht wirklich bedrohliche Situation reagieren.
Eine weitere körperliche Folgeerscheinung von Dauerstress sind Magengeschwüre beim Pferd. Doch auch die Pferdeseele leidet unter dauerhaftem Stress: manche Pferde haben sich regelrecht aufgegeben und in ihr Schicksal gefügt, wirken regelrecht depressiv.
Ist mein Pferd gestresst? Stress beim Pferd erkennen
- Häufig angelegte Ohren
- Nervöses Ohrenspiel
- Gekräuselte Nüsternpartie oder auch geblähte Nüstern
- Verhaltensauffälligkeiten wie z. B. koppen, weben, schlagen gegen Boxenwände oder das "Wetzen" der Zähne an den Gitterstäben
- Aggressivität
- Häufiges Schweifschlagen
- Hohe Körperspannung
- Stumpfes Aussehen, "leerer" Augenausdruck bis hin zur Teilnahmslosigkeit
- Überreaktionen auf harmlose Situationen
Stress beim Pferd: was füttern?
Der Pferdekörper und auch seine Psyche sind biologisch gesehen auf eine ruhige Fortbewegungsart mit mehr oder weniger ständiger Nahrungsaufnahme in Gesellschaft von Artgenossen programmiert. Dabei spielt Routine eine wichtige Rolle. Wird diese Routine im Pferdealltag unterbrochen oder verändert, kann dies schon je nach Empfindlichkeit und Toleranz des Pferdes Stress und Unruhe verursachen.
Die Stressfaktoren gilt es aufzuspüren und im Interesse des Pferdes und dessen Gesundheit abzustellen.
Gleichzeitig kann man gestresste Pferde über die Fütterung zusätzlich unterstützen. Es gibt einige Nährstoffe, die gezielt auf das Nervenkostüm des Pferdes einen Effekt haben. So z. B. die essentielle Aminosäure Tryptophan. Diese wird in den Neurotransmitter Serotonin umgewandelt, welches auch als Glückshormon bezeichnet wird. Serotonin wirkt stimmungsaufhellend, beruhigend auf Magen und Darm und sorgt für Zufriedenheit und Wohlbefinden. Ein Mangel an Tryptophan zeigt sich vor allem durch Schreckhaftigkeit, Anspannung, leichter Erregbarkeit und fehlender Konzentrationsfähigkeit. Der Bedarf an Tryptophan ist bei dauerhaftem Stress des Pferdes erhöht, ebenso bei großer Anstrengung und chronischen Erkrankungen sowie bei einer Mangelernährung.
Charakteristisch für einen Magnesiummangel sind unverhältnismäßig heftige Reaktionen des Pferdes auf bestimmte Ereignisse und dass diese Pferde innerlich nie zur Ruhe kommen. Ein Magnesiummangel reduziert die Impulsweiterleitung zwischen den Zellen. Durch die gestörte Reizweiterleitung kann es zu Schreckhaftigkeit und Nervosität kommen. Außerdem hat Magnesium für Pferde auch noch eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur und kann die Losgelassenheit unterstützen.
Magnesiummangel beim Pferd
Oft verursacht ein Magnesiummangel Nervosität.
Magnesium ist wichtig für eine normale Funktion des Zentralnervensystems, ebenso für Enzyme im Nerven- und Muskelgewebe. Außerdem spielt das Mengenelement eine große Rolle beim Knochenaufbau. Ein Mangel kann entstehen durch:
- Unzureichende Aufnahme über die tägliche Futtermenge
- Mangelnde Resorption über die Darmwand durch Störungen im Magen-Darm-Trakt
- Sportliche Beanspruchung mit hohem Schweißverlust
- Psychischer und körperlicher Stress erhöht den Magnesiumbedarf
- Während der Laktation
- Während des Wachstums
Folgende Symptome können auf einen Magnesiummangel des Pferdes hindeuten:
- Muskelzittern
- Muskelkrämpfe
- Nervosität
- Erhöhte Erregbarkeit
- Schreckhaftigkeit
Im Nervensystem verursacht ein Magnesiummangel Konzentrationsschwierigkeiten, Nervosität sowie eine geringere psychische Belastbarkeit. Ebenso fallen die Pferde durch ihre Schreckhaftigkeit auf. Das kommt daher, dass bei einem vorliegenden Magnesiummangel die korrekte Reizübertragung innerhalb der Nerven nicht mehr 100%-ig funktioniert. Magnesium hat auch eine sogenannte Schutzfunktion vor negativen Auswirkungen in Stresssituationen. Durch die Stabilisierung der Zellmembran wird eine Überreizung der Nervenzellen verhindert. Jetzt wird schnell klar, warum ein Mangel an Magnesium für Pferde so gravierende Auswirkungen auf das Verhalten und natürlich auch auf das Wohlbefinden des Pferdes hat.
Ein Magnesiummangel führt außerdem auch noch dazu, dass vermehrt Calcium in die Zelle einfließen und es somit zu einer Calcium-Überladung kommen kann.
LEXA bietet verschiedene Produkte für nervöse und schreckhafte Pferde.
Bei der Gabe von Magnesiumpräparaten sollte unbedingt auf hochwertige Magnesiumquellen aus organischen Verbindungen geachtet werden. Nur so ist sichergestellt, dass das verfütterte Magnesium im Körper des Pferdes ankommt und verwertet werden kann.
- Beispiele für organische Magnesiumverbindungen wären: Citrate, Aspartate, Fumarate, Proteinate.
- Anorganische Magnesiumverbindungen sind: Oxide, Carbonate, Sulfate, Phosphate.
Vitamin B12
Außer Magnesium spielt auch das Vitamin B12 eine große Rolle bei der Bildung und Erhaltung der Nervenzellen. Ein Mangel an B12 äußert sich in einer nachlassenden Leistungsbereitschaft, Störungen in der Funktion des Nervensystems, Empfindungsstörungen, sowie gesteigerten Reflexen.
Ein weiterer Baustein im großen Komplex “Nerven” ist Tryptophan. Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure und eine Vorstufe des “Glückshormons” Serotonin, d.h. ist zu wenig Tryptophan im Organismus, wird weniger Serotonin gebildet. Serotonin wiederum regelt die Reizübertragung zwischen den Nervenzellen. Tryptophan kann sich positiv auf die Nervenstärke sowie die Stimmung auswirken.
Futter für gestresste Pferde
B-Vitamine gehören zu den wasserlöslichen Vitaminen und können deshalb nur in sehr geringen Mengen gespeichert werden. Sie haben eine herausragende Aufgabe im Energie- und Eiweißstoffwechsel der Nervenzellen. Sie wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus und erhöhen die Widerstandskraft gegenüber mentalem Stress. Mit unseren Produkten Mag pro Sport und Super-Mag vereinen wir all diese Kenntnisse in einer bewährten Kombination.
In unseren Produkten Super-Mag und Mag pro Sport stehen dir zwei Präparate aus unserer Produktpalette zur Verfügung, die ausschließlich organisches Magnesium enthalten.
In dem Produkt Mag pro Sport haben wir Magnesium mit B-Vitaminen kombiniert. B-Vitamine können sich sehr ausgleichend auf das Wohlbefinden des Pferdes auswirken. Das Präparat wirkt innerhalb weniger Stunden und ist dopingkonform. Es kann somit während der Turniersaison uneingeschränkt verwendet werden und eignet sich daher auch für Sportpferde.
Das Produkt Super-Mag enthält außer Magnesium und B-Vitaminen zusätzlich noch die Aminosäure Tryptophan. Bitte beachte, dass Tryptophan dopingrelevant ist und eine Karenzzeit von 2 Tagen besitzt!
Als flüssige Ergänzungsvariante steht dir Magnesium-B12-Liquid zur Verfügung.
Das wohl bekannteste Kraut mit beruhigender Wirkung ist Baldrian. Weitere natürliche Wirkstoffe gegen Nervosität und Angst sind der Hopfen, Rosmarin und Kamille fördern Harmonie und Ausgeglichenheit, Mönchspfeffer kann sich insgesamt ausgleichend auf das Hormonsystem auswirken. Eine sanfte natürliche Beruhigung durch den Einsatz von Kräutern ohne den Zusatz von Mineralien und Spurenelementen bieten damit unsere Produkte Kräuterpellets Harmonie und die Kräutermischung Nerven. Sie werden seit vielen Jahren mit großem Erfolg bei Unruhe, Nervosität und Temperamentsproblemen eingesetzt.
Stress bei Pferden: Stressfaktoren abstellen und nervöse Pferde unterstützen
Durch das Aufspüren und Abstellen von Stressfaktoren, sowie einer ernährungsseitige Unterstützung finden auch nervöse und gestresste Pferde wieder zurück zu mehr Gelassenheit und Nervenstärke, welche Grundvoraussetzung für Leistungsbereitschaft und Wohlbefinden und die Basis für jegliche Art von Arbeit mit dem vierbeinigen Partner ist.
Unterstütze dein Pferd bei Stress
Überlasse also nichts dem Zufall, wenn es um die Nervenstärke und -belastbarkeit deines Pferdes geht und bedenke auch stets, dass sich Pferde mit einem auffallend schreckhaften und nervösen Verhalten auch nicht wohlfühlen. Hier haben wir zum Glück Möglichkeiten, über die Fütterung gezielt einzugreifen und dem Pferd wieder zu mehr Wohlbefinden und somit auch zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.